Monitoring von Emojis - Was sagen die Toolanbieter

Interview Brandwatch, Talkwalker, Forschungsweb
Bildquelle: Brandwatch, Talkwalker, ForschungsWeb GmbH

Was es mit den Emojis auf sich hat, haben wir in einem Blogartikel vor kurzem näher betrachtet. Bei der Bevölkerung und im Marketing sind sie schon alltäglich und werden fleißig genutzt. Im Zuge dessen wird auch das Monitoring der kleinen Gesichter immer wichtiger, um mehr Informationen aus den Gesprächen im Web zu gewinnen. Wir haben mit zwei Toolanbietern über den aktuellen Stand im Umgang mit Emojis gesprochen. Unsere Fragen beantworteten Amy Collins (AC) von Brandwatch und Pierre Detry (PD) von Talkwalker:

 

das Monitoring der kleinen Gesichter scheint die Toolanbieter vor eine Herausforderung zu stellen. Wie sieht es da bei Brandwatch aus? Habt ihr die Auswertung von Emojis auf dem Schirm?

AC: Jüngste Verbesserungen unserer Plattform machen es möglich, Emojis – die verschiedene komplexe Code-Ausprägungen (die bisher nicht unterstützt wurden) haben – zu identifizieren und in den Mentions darzustellen. Dies wird hier sichtbar: 

 

Brandwatch, Emojis, Forschungsweb
Bildquelle: Brandwatch

Anschließend werden wir voraussichtlich neue Komponenten bauen, wie beispielsweise:

  • Emoji Clouds: Anzeige von Top Emojis über verschiedene Soziale Netzwerke und Foren
  • Sentiment-Analyse: Kombination von Natural Language Processing und Machine Learning-Technologien, um Tonalität und Emotionen zu kategorisieren
  • Emojis in Queries: UX-Herausforderung, einen eleganten Weg zu finden um Treffer zu sammeln, die eine bestimmte Emotion ausdrücken

 

Auch Talkwalker hat die Emojis fest im Blick und arbeitet fleißig an einer Auswertung:

PD: Emojis sind ein wichtiger Bestandteil der Online-Kommunikation, gerade weil sie Emotionen einfach und schnell vermitteln. Für Monitoring-Tools stellen sie aber tatsächlich eine Herausforderung dar. Im Moment kann Talkwalker Emojis in den Ergebnissen darstellen und sie sind einer von mehreren Faktoren, die der Sentimentanalyse zugrunde liegen. 

Talkwalker, Emojis, Forschungsweb
Bildquelle: Talkwalker

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir arbeiten daran, die Emoji-Auswertung auch im Rest der Plattform einzubinden, um Kunden einen noch besseren Überblick darüber zu geben, was online über ihre Marke gesagt wird.

 

Eine Sentiment-Analyse kann mittlerweile fast jedes Tool vorweisen. Ironie zu erkennen fällt vielen Tools trotzdem noch schwer. Die Einordnung von Emojis scheint  dagegen ziemlich klar zu sein, oder nicht? Warum ist es so schwierig, sie in das Tool zu integrieren?

Emoji, Forschungsweb
Bildquelle: Brandwatch

AC: Ein Emoji ist wohl leicht zu analysieren. Aber heutzutage können Menschen viele verschiedene Emojis nutzen, um starke Gefühle auszudrücken… oder manchmal sogar gemischte Gefühle! In manchen Fällen werden sie als eine Verstärkung von textbasierten Nachrichten verwendet, z. B. indem das Nagellack-Emoji verwendet wird, nachdem man geschrieben hat „Just got my nails done“.

Emoji, Forschungsweb
Bildquelle: Brandwatch

Wir sehen, dass Emojis immer häufiger als Form der visuellen Sprache verwendet werden und immer weniger Text benötigt wird. Eine zunehmende Anzahl an Posts enthält ausschließlich Emojis, ganze Geschichten werden mit Bildern erzählt.

Das ist ein extremes Beispiel, aber es zeigt, wie Emojis Sätze formen. Viele unserer großen Kunden erzählen uns, dass sie diese Gespräche nicht verpassen möchten und dass sie es als ein sehr wichtiges Fenster in die Konversationen jüngerer Zielgruppen sehen.

 

Eine weitere „technische“ Herausforderung ist, dass Emojis auf nahezu jeder Plattform anders aussehen und etwas anderes bedeuten – wohingegen Brandwatch seinen Kunden eine konsolidierte Betrachtung zur Verfügung stellen muss.

 

Im Februar hat Facebook die Reactions eingeführt. Hier haben einige Tools schon nachgerüstet und bieten nun eine Auswertung der Reactions an. Wie würde diese Integration der bei Talkwalker aussehen?

PD: Wir beobachten sehr genau, wie Facebook Reactions genutzt werden. Unsere Kunden sind generell daran interessiert, die Verteilung der Interaktionen pro Ergebnis zu sehen, allerdings liegt der Hauptgrund darin, dass sie negative Reaktionen tracken möchten. Mehr als 96 Prozent der Engagements bei Facebook sind aber noch klassische ‚Likes‘, und weil Talkwalker negativen Buzz durch Sentimentanalyse, Emotions Theme Clouds und Alerts abdeckt, haben Reactions bisher eine eher untergeordnete Rolle im Monitoring gespielt. Wir schätzen diese Situation aber ständig neu ab und schauen uns an, wie wir Reactions sinnvoll einbinden können.

 

Können wir von Brandwatch mit einem Update rechnen?

AC: Wir führen regelmäßige Updates für Facebook Crawling, API und Analyse-Fähigkeiten durch. Reactions sind gewiss ein wichtiges Element, um die gesamte Tonalität zu einem Post besser zu verstehen. Daher planen wir, dies bis Ende des Jahres zu unterstützen.

 

Vielen Dank, dass Ihr unsere Fragen beantwortet habt.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0