Social Media Monitoring-Tool-Battle: Erfahrungen und Fazit der zwei ersten Live-Tests

Sowohl auf dem Digital Media & Marketing Summit (#d2m12) als auch auf dem Monitoring-Camp (#moca12) stellten sich Social Media Monitoring-Anbieter erstmals der Herausforderungen ihre Tools anhand einer vorgegebenen Aufgabe dem Publikum in einem Live-Test zu präsentieren. Ziel beider Sessions war es, die unterschiedliche Darstellung der Daten in den verschiedenen Dashboards auf einen Blick zu zeigen. Dabei ging es bei beiden Veranstaltungen nicht darum einen Gewinner anhand der Anzahl der Treffer oder ähnlichem zu küren, sondern zu verdeutlichen, wie unterschiedlich die Tools ausgerichtet sind. Ich hatte die Ehre beide Sessions moderien zu dürfen und viele Learnings mitzunehmen (beim d2m12 gemeinsam mit Björn Negelmann und auf dem moca12 gemeinsam mit Stefanie Aßmann). Diese möchte ich hier teilen:

Natürlich kann man die Komplexität der Tools nicht in 10 Minuten präsentieren. Darum es ging es auch nicht. Vielmehr sollten die Teilnehmer einen ersten Eindruck der Dashboards und der verschiedenen Monitoring-Möglichkeiten erhalten. In der Feedbackrunde nach dem Monitoring-Camp wurde deutlich, dass durch diese Art der Kurzpräsentation – wenn sie auch nur sehr überblicksartig war – dies sehr gut möglich war. „Auf diese Weise hätte ich mir 5-6 Stunden dmexco-Gespräche bei den verschiedenen Tool-Anbietern erspart. Hier auf dem #moca12 konnte ich so innerhalb von 2 Stunden acht Tools kennenlernen. Das hat sich in jedem Fall gelohnt.“

Auch in den Nachberichten zur Monitoring-Battle liest man diese Einschätzung:

Zitat aus dem Blogartikel von @FrolleinJuN: http://frolleinsocial.wordpress.com/2012/11/15/das-monitoring-camp-2012-zauberhafte-zahlen/

Man sollte diesen Überblick allerdings nicht am Ende der zwei Tage zeigen, sondern eher zu Beginn. Erstens weil man so einen sehr guten Einstieg in die Thematik erhält und anderseits weil man dann genau weiß, welches Tool man sich in der Teststrecke, die an beiden Tagen parallel zu den Workshops stattgefunden hat, wirklich genauer anschauen möchte. Auch ein Blick in die Timeline zum Hashtag #moca12 während der Livesession zeigte, dass durch dieses Live-Battle einige der Anwesenden ganz neue Tool-Kandidaten entdeckt haben, die sie vorher so noch nicht auf dem Schirm hatten. So war gerade bei der Präsentation der Verlinkungsanalyse von ubermetrics häufig zu lesen, dass die Teilnehmer davon begeistert sind und sie das Tool noch gar nicht kannten.

 

 

Auch für die anwesenden Monitoring-Anbieter selbst war es eine lehrreiche Veranstaltung. Konnten sie doch so sehen, welche Möglichkeiten die anderen Toolanbieter in den Fokus stellen und wo sich der Markt aktuell befindet.

Eine sehr gute Anregung für zukünftige Live-Tests kam ebenfalls in der Feedbackrunde des Monitoring-Camps zum Vorschein: Die Beantwortung einer „Anwenderfrage“ wäre für das nächste Mal wünschenswert, d.h. das Eingehen auf einen konkreten Praxisfall eines PR-, Marketing oder Social Media Managers (z.B. Erfolgsmessung einer realen Kampagne, das Aufzeigen eines kritischen Themas für den PR-Manager oder die Identifizierung eines Hotspots zu einem bestimmten Thema für die Planung einer speziellen Kommunikationsmaßnahme). In beiden vergangenen Veranstaltungen waren die Aufgaben der Anbieter dagegen eher auf die Erklärung der Haupt-Analysefunktionen des Monitorings ausgerichtet. Auf dem d2m12 hatten die Toolanbieter Brandwatch, Buzzrank und Talkwalker die Aufgabe das Thema Sylt zu monitoren und im Live-Test das Setup des Themas, den zeitlichen Verlauf des Themas, die Verteilung der Tonalität sowie die Exploration der wichtigsten thematischen Aspekte aufzuzeigen. Zudem wurde während der Live-Session ein neuer Hashtag (#d2m12) vorgegeben, den die Anbieter in Echtzeit tracken sollten. Alle drei Tools bestanden diesen Test sehr gut.

Bis auf das Echtzeit-Thema war die Aufgabenstellung auf dem #moca12-Camp ähnlich. Hier erhielten die acht Anbieter einen Tag zuvor das Thema: Dieses Mal ging es um das Thema „Movember“. Sie sollten in den Ihnen zur Verfügung gestellten 10 Minuten erklären, wie man mit ihrem Tool die Quantität & die Tonalität analysiert, wie sich der Buzz über die verschiedenen Kanäle verteilt und welche Möglichkeit der Anwender hat, die relevantesten Quellen zu diesem Thema zu identifizieren. Einen wichtigen Punkt zeigte die Session in jedem Fall auf: Das Setup ist bei jedem Tool anders. So reicht es bei dem einen Tool aus das Suchwort „Movember“ aufzusetzen, um auch Beiträge mit „#Movember“ zu erfassen, in anderen Tools muss man dagegen beide Begriffe separat in die Search Query aufnehmen. Auch die Einstellung der Sprach- und Länderkonfiguration war unterschiedlich und brachte je nachdem auch unterschiedliche Treffermengen zum Vorschein. In einigen Tools muss man die Sprach- und Ländereingrenzung bereits beim Anlegen der Search Query vornehmen, bei anderen reicht es aus, bei der Analyse die entsprechenden Filtereinstellungen auszuwählen. Der Teufel steckt hier doch im Detail. In jedem Fall zeigten alle Tools unterschiedliche Mengen für den Vergleichszeitraum an, auch wenn  die Unterschiede nicht bei allen Tools sehr groß waren. Die Kernerkenntnis, dass Twitter die Quelle mit dem meisten Buzz zum Thema „Movember“ war wurde dagegen in allen Tools sichtbar. Auf dem #moca12 nahmen die folgenden Monitoring-Anbieter teil: Brandwatch, Marketing Cloud (ehemals Radian6), ubermetrics Technology (ehemals mediametrics), Vico, Talkwalker, BlueReport, na media sonar und Buzzrank.

Abb.: Eindruck vom gebannten Publikum während der Live-Battle (Quelle: Foto von @OliverBerger)

Wichtig ist in jedem Fall, dass die Eignung des Tools eben nicht allein am Umfang der angezeigten Treffer festgemacht werden sollte. Ebenso wichtig sind z.B. die Beitragsqualität (z.B. Suche nach Spam und Dubletten) und die Qualität der Spracherkennung, zeitsparende Möglichkeiten die Daten aufzubereiten und zu analysieren sowie die für den jeweiligen Anwendungsfall relevanten Analysefunktionalitäten. Auch die Übersichtlichkeit und Bedienfreundlichkeit der Dashboards sowie die Suchfunktionalitäten sind wichtige Entscheidungskriterien, die man in einem solchen Live-Test leider nicht alle unter Lupe nehmen kann. Durch die zeitliche Begrenzung wurde auch das Thema Preis ausgeklammert, was von einigen Anwendern durchaus als eine wünschenswerte Information angesehen wurde. Da die Preismodelle der Anbieter aber so unterschiedlich sind und von so vielen verschiedenen Faktoren abhängen, wurde dieser wirklich wichtige Bereich in der Live-Show nicht berücksichtigt. Für das nächste Mal könnte man eventuell wenigstens das Einstiegspreismodell pro Anbieter nennen, so dass die Anwender eine Vorstellung bekommen, ab welcher Budgetgröße sich welches Tool überhaupt lohnt anzuschauen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb.: Auszug aus meiner Vortragssession zu den Entscheidungskriterien bei der Monitoring-Tool-Auswahl

Trotz allem – so mein Fazit beider Veranstaltungen – ist diese Form für Anwender eine gute Gelegenheit sich einen schnellen Überblick über den aktuellen Stand der Tools zu verschaffen und neue Kandidaten kennenzulernen. Um eine Prüfung, welches Tool für die jeweiligen Rahmenbedingungen und für den jeweiligen vorliegenden Themenkomplex und Anwendungsfall am besten geeignet ist, kommt man aber leider nicht umhin. Tipps für wichtige Kriterien für die Tool-Auswahl haben wir in unserem >> ersten Blogbeitrag aufbereitet.

Weitere Artikel zur Monitoring-Battle auf dem moca12:

 

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