Social Media Monitoring News – März 2017

Nachdem die kalte Jahreszeit sich dem Ende zuneigt, blicken wir den sonnigeren Tagen des Jahres entgegen und veröffentlichen pünktlich zum Frühlingsanfang eine neue Ausgabe der SoMeMo-News. Darin befassen wir uns mit aktuellen Themen und Hindernissen der Toolanbieter und nehmen ein Interview mit Brandwatch, Talkwalker und Ubermetrics unter die Lupe. Des Weiteren erläutern wir die Möglichkeiten und Hilfestellungen des Social Media Monitorings bei Gefahren abseits des digitalen Raums.

Toolanbieter: Methoden, Hürden und Ausblick

In einer Interview-Reihe zu aktuellen Trends und Themen des Social Media Monitorings befragte Peter Apel, Autor auf basicthinking.de, die Toolanbieter Brandwatch, Talkwalker und Ubermetrics. Dabei ging es insbesondere um Herausforderungen für das SoMeMo in Bezug auf lokale Sprachvielfalt, Bots und Kommunikation per Messenger und Apps.

Im Social Web wird nicht nur in verschiedenen Sprachen kommuniziert  –  auch Dialekte, Slang, Tippfehler, Ironie oder Sarkasmus finden ihren Weg in die Beiträge. Dies stellt für Toolanbieter bei der Spracherkennung Hindernisse dar, für die es bereits Lösungsansätze, jedoch keine einheitliche Antwort gibt. Ubermetrics geht die Sprachvermengung beispielsweise mit einer Online-Übersetzungsfunktion an und unternimmt damit einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Die Einschätzung und Erkennungsfähigkeiten eines Menschen übertrifft dies bisher jedoch (noch) nicht. Neue linguistische Lösungsansätze soll es in Zukunft geben. Welche das sein werden, bleibt abzuwarten.

Ein weiteres Thema, das nicht nur Politikern Kopfzerbrechen bereitet, sind Social-Bots. Zwar arbeiten alle drei Anbieter an Lösungen für das Problem, einen Durchbruch scheint es aber auch hier nicht zu geben. Bisher versucht man, den Kunden Kompetenzen zu vermitteln, um so irrelevante Erwähnungen zu erkennen und auszuschließen.

Der Fokus vieler User scheint sich auf Dark Social, nicht messbareren Datenverkehr in Quellen wie Whatsapp, Messenger oder Emails, zu verlagern. Hier sind sich alle drei Toolanbieter einig, dass Privates privat bleiben sollte. Nichtsdestotrotz ist man zuversichtlich, dass sich in den öffentlichen Netzwerken auch zukünftig genügend Traffic sammeln und analysieren lassen wird.

Wie man sieht, gibt es noch einige Hürden, die die Toolanbieter zu bewältigen haben. Wohin geht die zukünftige Entwicklung? Nachdem alle drei Unternehmen Bild- und Video-Erkennung bereits abgedeckt haben, gilt der Fokus bei Talkwalker und Ubermetrics nun zusätzlich TV, Radio und Print-Medien. Auch weitere öffentlich zugängliche Informationen, sowohl online wie offline, stehen zur Debatte. Brandwatch scheint eine nach innen gerichtete Strategie zu verfolgen, in die Organisation der Betriebe hinein. Dadurch soll unter anderem der Informationsstand innerhalb der Unternehmen auf einen einheitlichen und durchgängig hohen Standard gehoben werden. Wer sich einen detaillierteren Überblick über die Fragen und Antworten der Toolanbieter verschaffen möchte, kann die dreiteilige Interview-Reihe auf basicthinking.de nachlesen.

SoMeMo als Frühwarnsystem bei Gefahren abseits des digitalen Raums

In einem kürzlich erschienenen Presseartikel der FAZ berichtet Timo Kotowski über das Warnsystem der Firma A3M. Diese hat sich zum Kriseninformationszentrum für Ämter, Touristiker und sogar die Weltraumbehörde NASA entwickelt. „Ich beschäftige mich seit zehn Jahren mit Negativereignissen“, erklärt Marcel Brandt, Geschäftsführer von A3M. Gibt es auf der Welt Explosionen, Stürme, Erdbeben oder Anschläge, werden im Neckartal südlich von Stuttgart Informationen über diese Gefahren bei A3M gesammelt und an die entsprechenden Interessenten weitergeleitet. Dabei macht man sich auch Social Media Monitoring zu Nutze. „Für uns sind auch Meldungen bedeutend, die nicht in den Nachrichten kommen. Das Social-Media-Monitoring wird immer wichtiger“, sagt Brandt. Da es bei amtlichen Gefahrenmeldungen zunächst schwierig einzuschätzen ist, ob ein Aufenthalt in einem Gebiet weiterhin vertretbar ist, bedient man sich unter anderem Bildern, Filmen und Posts der sozialen Netzwerke. Beispielsweise können Touristen oder Reiseveranstalter im Falle einer Krise per E-Mail, Whatsapp oder SMS schnellstmöglich informiert werden. Social Media Monitoring findet somit nicht nur bei Krisen oder „Shitstorms“ im digitalen Raum Anwendung, sondern auch bei Gefahren abseits des Internets.

 

ÜBER DIE #SOMEMO-NEWS:

Einmal im Monat erstellen wir vom ForschungsWeb-Team einen kleinen Rückblick über die relevantesten Themen des Monats in den Bereichen Social Media Monitoring und Analytics. Die Themen identifizieren wir auf Basis eines Monitorings zum Keyword „Social Media Monitoring“. Dabei wählen wir Meldungen aus, die unseren Blog-Lesern einen inhaltlichen Mehrwert bieten.

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