Monitoring FORUM 2015: Auf neuen Wegen

Monitoring_FORUM_2015Vergangene Woche fand in München das Monitoring FORUM statt (Hashtag #somofo15). Als Fachkonferenz zum Thema „Social Media Monitoring“ beschritten die Veranstalter diesmal einen neuen Weg und stellten die Konferenz unter den Claim „Auf dem Weg zur Social Data Intelligence“.

Die Fachpanel-Vorträge im ersten Teil des Forums gingen daher auch inhaltlich weg vom klassischen Social Media Monitoring & Analyse-Themenkreis.

Martin Szugat von datentreiber.de brachte viele anschauliche Beispiele zu Anwendungsgebieten von Predictive Analytics ein. Ob eine Vorhersage der Anzahl von Kinobesuchern, den stärksten Tagen im Einzelhandel oder der Verlagerung hin zu maschinell verfassten Texten – Predictive Analytics findet bereits in vielen Gebieten aktive Anwendung.

Denise Sindermann von Ipsos Qualitative beleuchtete die psychologische Komponente von Konversationen im Social Web. Sie zeigte auf, dass soziale Netzwerke wie Facebook oder Instagram eher dem „Projective Self“ der User dient, d.h. diese hier anderen ihr Ideal-Selbst zeigen. Auf Diskussionsforen und Bewertungsplattformen dagegen zeigen die User eher ihr „Real Self“.

Im Fachvortrag von Rechtsanwalt Dr. Carsten Ulbricht zu rechtlichen Aspekten von Monitoring und Analysen war natürlich Safe Harbor ein wichtiges Thema. Ausführlich kann das Thema noch einmal im Blog der Kanzlei nachgelesen werden.

In den beiden folgenden Praxispanels des Forums wurden dann Monitoring-Fallbeispiele vorgestellt, bei denen nicht nur die Erfahrungen als Best Practices dargestellt wurden, sondern auch immer wieder die Herausforderungen des Monitorings zum Tragen kamen. Dies rückte Dr. Marion Jenke von der UFA mit ihrem Vortrag „Wasser im Wein: Zu den Problemen mit dem Monitoring am Beispiel von UFA“ in den Fokus.

Als Quintessenz aus allen Vorträgen lässt sich festhalten: es braucht ein Team an Experten, um im Bereich Social Media Monitoring & Analyse erfolgreich zu sein.

somofo15_Fallstudie-von-Robert-BoschAlexandra Linsenmeier und Sebastian Weiss zeigten anschaulich auf, wie Monitoring im Hause Robert Bosch eingeführt, umgesetzt und gelebt wird. 50 Tools wurden von Bosch im Vorfeld überprüft. Um das Monitoring effizient und flächendeckend im Unternehmen einzusetzen, wurde die Anwendung auf vier Säulen aufgebaut: Pilot, Consulting, Community, Network. Zusätzlich gibt es für jeden Geschäftsbereich SMM Coordinators, an die sich alle Brands wenden können und die im Bereich Monitoring und Brand Experten sind.

Wir wollen hier nicht näher auf jeden einzelne Fallstudie des Forums eingehen, die alle qualitativ sehr hochwertig waren und vor allem von der guten Performance der Redner geprägt wurden. Das gesamte Programm ist hier noch einmal einsehbar. Björn Negelmann vom Veranstalter Kongress Media führte als Moderator souverän durch den Tag. Er lies genug Platz für Fragen und bohrte an der einen oder anderen Stelle nach, um noch mehr aus den Referenten heraus zu kitzeln.

Zusätzlich wurden die Konferenzteilnehmer durch interaktive Workshops zum Mitmachen motiviert. Vier Referenten mit vier unterschiedlichen Themen erschlossen in zwei Durchgängen mit den Teilnehmern jeweils ein Thema und konnten auch Quick-Wins liefern.

somofo15_Workshop

Workshop „Grenzen der automatisierten Social Media Analyse“, moderiert von ForschungsWeb Mitarbeiterin Kerstin Nägler

 

Nachfolgend noch ein paar unserer persönlichen Vortrag-Highlights:

  • Der Corporate Blog Lancomwire ist das Ergebnis eines 17-stufigen Plans, der auf drei Säulen basiert: Image-, Issue- und Influencer Monitoring.
  • gutefrage.net setzt mit MORIA auf Künstliche Intelligenz (KI). MORIA soll alle Beiträge auf gutefrage-net „lesen und bewerten“. So werden werden schlechte Antworten automatisch aussortiert. Bei 60 Mio. Antworten ist dies händisch auch nicht möglich. MORIA hat derzeit eine Trefferquote von ca. 85%.

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